Tag des Gedenkens

an die Opfer des Nationalsozialismus

Veranstaltung:         GEGEN DAS VERGESSEN

                                  Donnerstag, 24. Januar 2019 - 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:  Saalbau der Freien Waldorfschule Elmshorn, Adenauerdamm 2, 25337 Elmshorn

 

Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ist der 27. Januar seit 1996 als Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

In seinem Aufruf führte Roman Herzog aus:

 

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit

mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu fi nden, die in die Zukunft

wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer ge-

widmet sein und jederGefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

 

Mit Erschrecken erleben wir, wie heute nationalsozialistisches Gedankengut, menschenverachtende Ideologien, offener Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Ausgrenzung von Menschen, die angeblich „anders“ sind, in der Bundesrepublik Deutschland offenbar wieder „salonfähig“ werden: Faschistische Verbrechen werden geleugnet, Gedenkstätten als „Denkmal der Schande“ verunglimpft, Ausländer ermordet, Geflüchtete angegriffen und zu Sündenböcken gemacht.

 

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der sieben weiterführenden Schulen in Elmshorn, richtet die Stadt Elmshorn zusammen mit der Aktionsinitiative "Stolpersteine in Elmshorn" und "engagiert in Elmshorn" zum elften Mal eine thematische Veranstaltung zu diesem Gedenktag mit unterschiedlichen Beiträgen "Gegen das Vergessen" aus.

 

Eintrittskarten gibt es kostenlos.


Sie erhalten die Karten an folgenden Ausgabestellen:


Theaterkasse Stadttheater Elmshorn - Königstraße 56
Konzert & Event - Kirchenstraße 8
„engagiert in Elmshorn“ - Alter Markt 11 Marktpassage 1. Stock

 

 


Das Programm:

„Meine Liebe ist groß wie die weite Welt, und nichts ist außer ihr“
C. Morgenstern

Schülerinnen der Oberstufe der Elsa-Brändström-Schule (EBS) singen und musizieren Lieder, die von Verlust und der Sehnsucht nach menschlicher Wärme, Trost und Miteinander erzählen, von R. Schumann über F.  Mendels-sohn-Bartholdy bis hin zur populären Musik.

Das Posaunenensemble der EBS musiziert das Lied der Slawin als Ausdruck des Abschieds von ihrem Mann, der als Soldat in den Balkankrieg 1912/13 zieht.

 

Todesfuge ©

Lässt sich das Grauen des Holocaust in Worte fassen? Dem jüdischen Lyriker Paul Celan, dessen Familie in Konzentrationslagern umgekommen ist, gelang dies mit seinem Gedicht „Todesfuge“ ©. Er fand neue, vorher nie dagewesene Bilder, die uns noch heute betroffen machen.

Die 10. Klasse der Waldorfschule Elmshorn arbeitet in einer szenischen Rezitation die Musikalität von Celans Sprache und insbesondere den Fugencharakter des Gedichtes heraus: Das Thema wird von verschiedenen Stimmen aufgegriffen. Dazu spielen Käthe Dimke und Madita Kehde (Querflöte) zeitgenössische Musik von Winfried Scheunemann. Ein jiddisches Lied bricht ab und verwandelt sich in Zwölftonmusik.© Todesfuge: DVA/Randomhouse Verlag

 

Wir müssen wachsam sein

Im Beitrag der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule werden Leben und Botschaft der ungarischstämmigen Jüdin Magda Hollander-Lafon (geb. 1927) dargestellt. Hollander- Lafon überlebte als einzige ihrer Familie das Konzentrationslager Auschwitz, andere Lager und einen Todesmarsch. Nach dem Krieg wurde sie Kinderpsychologin und hörte nie auf, auf die Bedeutung von Mitgefühl und Nächstenliebe hinzuweisen.

 

Zwiespalt – Eine tänzerische Gestaltung

Mithilfe von Eurythmie inszenieren Schülerinnen und Schüler der Leibniz Privatschule künstlerisch einen inneren Konflikt. Das seelische Wohl der (unfreiwillig) Beteiligten steht im Vordergrund und der gesamte Beitrag wird mit melancholischer Musik untermalt.

 

Flucht – früher und heute

Die Schüler der 10. Klasse der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule vergleichen die damalige Flucht von Anne Frank aus Deutschland mit der Flucht ihres Mitschülers Morteza aus Afghanistan in der heutigen Zeit. Untermalt und begleitet wird der Vortrag von kleinen eigenen komponierten Musikstücken von Morteza und Zitaten aus dem Tagebuch der Anne Frank.

 

Sterne der Erinnerung

Im letzten Jahr mussten wir in Deutschland miterleben, dass rechtes Gedankengut und rechte Gewalt leider kein Phänomen weit entfernter Vergangenheit sind, sondern vielmehr in unserer Gesellschaft immer mehr Platz und Akzeptanz finden. In einem persönlichen Ansatz setzt sich die 11c der Erich Kästner Gemeinschaftsschule biographisch mit diesem Bereich auseinander.

 

Swing-Rebellen: Musik und Freiheit statt Krieg und Verfolgung

Theaterstück der Bismarckschule mit musikalischer Untermalung. Im Februar 1943 ist Wilhelm 17 Jahre alt und lebt in Hamburg. Zu dieser Zeit ist der Zweite Weltkrieg, den die Nazis ausgelöst haben und den so viele Deutsche getragen und befürwortet haben, bereits nach Deutschland zurückgekehrt und Hamburg ist Ziel alliierter Bombardements. Für Wilhelm viel schlimmer sind jedoch der Zwang, die Unterdrückung und die Verfolgung, welcher er als freiheitsliebender Jugendlicher im Nazideutschland ausgesetzt ist. Wilhelm und seine Freunde sind „Swing-Kids“ – sie leben einen durch den Swing-Jazz inspirierten Lebensstil, der sich dem Zwang und der menschenverachtenden Ideologie der Nazis widersetzt. Innerhalb der Familie sowie auch gegen die Institutionen und Beamten des diktatorischen Regimes führt das zu Konflikten. Die Freundschaft sowie deren Fundament – die freiheitlichen Wertvorstellungen – werden hier von einem mächtigen Gegner angegriffen und auf die Probe gestellt.

 

 

 

 

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Flyer zur Veranstaltung
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